
| ISBN | 3715207094 | |
| Verlag | Atlantis Verlag | |
| Sprache | deutsch | |
| Seiten | 32 | |
| Erscheinungsjahr | 2016 | |
| Extras | - |

Gleich mehrere Personen waren für die Herstellung dieses netten Kinderbuches im Atlantis Verlag zuständig: die Texte im Original hat gleich ein Autorenduo, das unter dem Künstlerbegriff MAKI firmiert, verfasst, die Illustrationen stammen aus der Feder von Eva Rust, übersetzt wurde das 2013 erschienene niederländische Original von Saskia Vennekool.

Wer sich als Erwachsener das Buch durchblättert, wird sofort Assoziationen zu der Komödie „Bruce Allmächtig“ mit Jim Carrey haben. Denn wie dort hat auch hier der kleine Peter auf einmal magische Zauberkräfte und setzt diese nach Lust und Laune ein. Wie kommt es dazu? Peter ist eigentlich ein total braves Kind, hilft im Haushalt, ist nett zu seiner Schwester, dem Familienhund oder seiner Kindergärtnerin oder bringt seine Freunde durch Clownereien zum Lachen. Aber als Papa ihn ihm Garten einmal aus Versehen nassspritzt, wird Peter richtig wütend und beschimpft Papa als „dummen Kühlschrank“. Und prompt verwandelt der sich in das Gesagte, was Peter gar nicht mitbekommt. Immer noch sauer wird der im Weg stehende Hund als „blöder Büffel“ bezeichnet – mit sofortiger Wirkung. Selbst seine Schwester Lilli bleibt nicht verschont und muss fortan als „Trotteltröte“ herumlaufen. Gleiches gilt für die Freunde im Kindergarten, die zu „Knuffelaffe“ und „Giftpilz“ mutieren. Dann endlich bemerkt Peter seine Kräfte und beginnt, Spaß daran zu haben: Oma, Nachbarskinder, Schwimmlehrer oder der Busfahrer leiden nun unter Peters Zaubereien. Als dann beim Abendessen auch noch die Mama als „alter Mülleimer“ tituliert wird, hat Peter wahrlich jedes Lebewesen in seiner Umgebung verwandelt. Und was ist die Konsequenz? Es wird einsam um Peter. Das ist natürlich auch nichts, sodass Peter zerknirscht das einzig wahre Zauberwort murmelt: „tschuldigung“. Sofort werden die Verzauberungen rückgängig gemacht, nur letzte Reste sind an den Personen noch sichtbar. Aber wird Peter so etwas, wie er verspricht, wirklich nie wieder tun?
Das Buch bietet unter dem Deckmantel der unwirklichen Verzauberung der anderen ein schönes Grundthema für Kindergartenkinder: andere beschimpfen und beleidigen führt am Ende dazu, dass man niemanden mehr um sich hat, selbst wenn die Flucherei einem anfangs ein Machtgefühl verleiht. Und dass eine Entschuldigung an der richtigen Stelle auch alles wieder ins Reine bringen kann. Allerdings sind erzählerisch ein paar erklärungsbedürftige Stellen im Buch, sodass das eine oder andere ergänzende Wort der vorlesenden Eltern nötig sein dürfte. Denn wieso Peter auf einmal zaubern kann, wird nicht erklärt. Und wieso auf einmal alle verzauberten Personen nach der Rückverwandlung in Peters Wohnung stehen, ist auch nicht so recht zu begreifen – wenngleich das graphisch sehr witzig umgesetzt wurde. Auch die Schlusspointe ist, wenngleich realistisch, doch ein bisschen kontraproduktiv zum vorherigen Verlauf der Geschichte.
Insgesamt sind Idee und Umsetzung des Buches aber gelungen, die beschriebenen „Mängel“ fallen für die Gesamtbewertung nicht allzu stark ins Gewicht.
geschrieben am 26.03.2016 | 444 Wörter | 2673 Zeichen
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