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Feuerklingen


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Rezension von

Sebastian Birlinger

Feuerklingen Der zweite Teil der First-Law Trilogie von Joe Abercrombie, seines Zeichens freischaffender Drehbuchautor in London, beginnt dort, man hätte es nicht gedacht, wo der erste aufhört. Das Buch beginnt mit dem Krieg der Union gegen den selbsternannten König der Nordmänner, Bethod. Geschildert wird dies zum einen aus der Sicht des Hundsmanns, dem Anführer einer Bande von Verstoßenen, die eine Privatfehde gegen Bethod führen. Zum anderen aus der Sicht des Oberst West, dessen Aufgabe es ist den verblendeten Kronprinzen Ladisla, der sich für einen begnadeten Feldherren hält, vom Heer der Nordmänner fernzuhalten. Nachdem sich die Bande dem Heer der Union angeschlossen hat, kommt es auch schon zu einer Schlacht, mit einer verheerenden Niederlage der Union und einer wilden Flucht der Protagonisten durch den unbarmherzigen Winter des Nordens. Im heißen Süden hingegen versucht der Superior Sand dan Glokta, der im Dienste der Inquisition des Königs der Union steht, aufzuklären, was mit seinem Vorgänger in der Kolonie Dagoska geschehen ist. Dagoska ist allerdings eine Enklave der Union im Imperium der Gurkhisen, die mit einem gewaltigen Heer anrücken um die Stadt zurückzufordern. So muß der Superior Glokta auch noch dessen Verteidigung organisieren. Währenddessen kommt die Reisegruppe um den Magus Bayaz im Alten Kaiserreich an. Das Ziel der Reise liegt am Rande der Welt, wo ein Artefakt verborgen sein soll, das die Macht besitzt den Rivalen Bayaz zu vernichten. Mit auf der Reise sind Logen, der Nordmann, Ferro, die nur für die Rache an den Gurkhisen lebt, Jezal dan Luthar, ein arroganter Adliger, Quai, der Zauberlehrling von Bayaz und Bruder Langfuß, ein Wegkundiger. Gemeinsam durchleben sie die gefährliche Reise durch das Alte Kaiserreich. Das Hauptmerkmal des Romans ist der ständige Perspektivenwechsel zwischen den einzelnen Hauptpersonen. Dadurch schafft Abercrombie eine Welt, die sehr realistisch wirkt. Mit dem ersten der Magi und seiner Jahrhunderte alten Rivalität zum zweiten der Magi Khalul, läßt er auch immer wieder Bruchstücke der Geschichte dieser Welt einfließen. So fügt sich eine in sich geschlossene Geschichte zusammen, welche die eigentliche Haupthandlung ausmacht. Der Stil Abercombies ist modern, stets sehr gut lesbar und immer wieder für eine Überraschung gut. Die Charaktere die er zeichnet sind gut durchdacht und auf die eine oder andere Weise, kann man sich selbst in die von Hass und Rachedurst zerfressene Ferro hinein versetzen. Die Rache ist zudem das Hauptmotiv des gesamten Werkes. So beschreibt er mit tragischen, dramatischen, komischen, aber auch zynischen und sarkastischen Elementen und nie mit vorgehaltenem Zeigefinger wie die Personen versuchen, sich in einem Geflecht von Intrigen und Machtkämpfen zu behaupten. Kritisch zu bewerten ist zum einen die Übersetzung, die einige Mängel aufweist. Die teils haarsträubenden Konstruktionen im Satzbau und Fehler in der Rechtschreibung, die über das ganze Buch verstreut zu finden sind, bleiben ebenso negativ zu erwähnen. Aber das schmälert das Lesevergnügen in keinem Maße, denn Abercrombie versteht sich darauf den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten. Die Beschreibung der Umgebung und der Welt fällt im Gegensatz zu den martialischen Kampfszenen allerdings recht bescheiden aus. Aber Freunden auch mal recht ruppiger und blutiger Fantasy wird hier ein Werk geboten, welches sich nicht zu verstecken braucht. Zumal bei der Frage nach der Moral hier stets nur Andeutungen zu finden sind und die Frage dem Leser überlassen bleibt.

Der zweite Teil der First-Law Trilogie von Joe Abercrombie, seines Zeichens freischaffender Drehbuchautor in London, beginnt dort, man hätte es nicht gedacht, wo der erste aufhört.

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Das Buch beginnt mit dem Krieg der Union gegen den selbsternannten König der Nordmänner, Bethod. Geschildert wird dies zum einen aus der Sicht des Hundsmanns, dem Anführer einer Bande von Verstoßenen, die eine Privatfehde gegen Bethod führen. Zum anderen aus der Sicht des Oberst West, dessen Aufgabe es ist den verblendeten Kronprinzen Ladisla, der sich für einen begnadeten Feldherren hält, vom Heer der Nordmänner fernzuhalten. Nachdem sich die Bande dem Heer der Union angeschlossen hat, kommt es auch schon zu einer Schlacht, mit einer verheerenden Niederlage der Union und einer wilden Flucht der Protagonisten durch den unbarmherzigen Winter des Nordens.

Im heißen Süden hingegen versucht der Superior Sand dan Glokta, der im Dienste der Inquisition des Königs der Union steht, aufzuklären, was mit seinem Vorgänger in der Kolonie Dagoska geschehen ist. Dagoska ist allerdings eine Enklave der Union im Imperium der Gurkhisen, die mit einem gewaltigen Heer anrücken um die Stadt zurückzufordern. So muß der Superior Glokta auch noch dessen Verteidigung organisieren.

Währenddessen kommt die Reisegruppe um den Magus Bayaz im Alten Kaiserreich an. Das Ziel der Reise liegt am Rande der Welt, wo ein Artefakt verborgen sein soll, das die Macht besitzt den Rivalen Bayaz zu vernichten. Mit auf der Reise sind Logen, der Nordmann, Ferro, die nur für die Rache an den Gurkhisen lebt, Jezal dan Luthar, ein arroganter Adliger, Quai, der Zauberlehrling von Bayaz und Bruder Langfuß, ein Wegkundiger. Gemeinsam durchleben sie die gefährliche Reise durch das Alte Kaiserreich.

Das Hauptmerkmal des Romans ist der ständige Perspektivenwechsel zwischen den einzelnen Hauptpersonen. Dadurch schafft Abercrombie eine Welt, die sehr realistisch wirkt. Mit dem ersten der Magi und seiner Jahrhunderte alten Rivalität zum zweiten der Magi Khalul, läßt er auch immer wieder Bruchstücke der Geschichte dieser Welt einfließen. So fügt sich eine in sich geschlossene Geschichte zusammen, welche die eigentliche Haupthandlung ausmacht.

Der Stil Abercombies ist modern, stets sehr gut lesbar und immer wieder für eine Überraschung gut. Die Charaktere die er zeichnet sind gut durchdacht und auf die eine oder andere Weise, kann man sich selbst in die von Hass und Rachedurst zerfressene Ferro hinein versetzen. Die Rache ist zudem das Hauptmotiv des gesamten Werkes. So beschreibt er mit tragischen, dramatischen, komischen, aber auch zynischen und sarkastischen Elementen und nie mit vorgehaltenem Zeigefinger wie die Personen versuchen, sich in einem Geflecht von Intrigen und Machtkämpfen zu behaupten.

Kritisch zu bewerten ist zum einen die Übersetzung, die einige Mängel aufweist. Die teils haarsträubenden Konstruktionen im Satzbau und Fehler in der Rechtschreibung, die über das ganze Buch verstreut zu finden sind, bleiben ebenso negativ zu erwähnen. Aber das schmälert das Lesevergnügen in keinem Maße, denn Abercrombie versteht sich darauf den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten. Die Beschreibung der Umgebung und der Welt fällt im Gegensatz zu den martialischen Kampfszenen allerdings recht bescheiden aus.

Aber Freunden auch mal recht ruppiger und blutiger Fantasy wird hier ein Werk geboten, welches sich nicht zu verstecken braucht. Zumal bei der Frage nach der Moral hier stets nur Andeutungen zu finden sind und die Frage dem Leser überlassen bleibt.

geschrieben am 26.02.2010 | 529 Wörter | 3047 Zeichen

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